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Bodenpflege

Ein guter Boden ist die Grundlage für das Gärtnern und eine gute Ernte. Er braucht Pflege, damit die Pflanzen richtig gedeihen können. Neben dem Wässern und Düngen sind das Hacken und das Mulchen wesentliche Grundelemente der Beetpflege.

Das Umgraben

Lange Zeit umstritten war das Umgraben, da es die Bodenlebewesen stört.
Bei verfestigten, nicht als Beet genutzten Flächen und bei schweren Lehmböden ist es aber sinnvoll und sollte im Herbst durchgeführt werden. Dabei werden die „Wasserkanäle“ unterbrochen und der Boden wird belüftet. Eindringende Feuchtigkeit und Frost zerkrümeln im Winter den Boden. Eine Schneedecke schützt vor dem austrocknen des Bodens. Da aber immer häufiger die Schneedecke fehlt, kann man den Boden durch Mulchmaterial schützen.


Das Haken und Grubbern

Hacken und Grubbern sind ebenfalls wichtige Kultivierungstechniken im Garten. Sie dienen im Sommer zur Lockerung der obersten Bodenkrume und zum Aufbrechen einer verhärteten Bodenkruste.
Die Bearbeitung des Bodens führt dazu, dass dieser nun besser Wasser aufnehmen kann und vor allem weniger Wasser durch Verdunstung verliert.

Die Bodenkapillaren, die das Wasser nach oben an die Erdoberfläche transportieren, werden beim Hacken unterbrochen. Außerdem werden die Wurzeln der Pflanzen besser mit Luft versorgt. Dabei wird auch das Unkraut entfernt.

Regeln:

1.    Flach hacken
Die Hacke wird schräg angesetzt und nicht zu tief in den Boden gehau-en, um die Wurzeln der Gemüsepflanzen nicht zu verletzen.
2.    Nur Unkrautkeimlinge dürfen untergearbeitet werden.
Bei starkem Unkrautbefall sollte der Boden besser mit dem Grubber gelockert werde und das Unkraut vorher entfernt werden, sonst werden bei Wurzelunkräutern die Wurzeln weiter verteilt und bei Sa-menunkraut die Samen zum Keimen in den Boden eingearbeitet.
3.    Bei großem Reihenabstand kann das gelockerte Unkraut auch mit der Harke vorsichtig abgeharkt werden. Gerade das Unkraut muss nachhaltig entfernt werden, da sonst neue Unkrautsamen in den Boden eingearbeitet werden und den Unkrauttrieb begünstigen.

Das Mulchen

Auch abgeerntete Beetflächen dürfen über Winter nicht zu viel Feuchtigkeit verlieren. Deshalb ist es gut, im Herbst zu Mulchen. Im Winter finden viele Tiere unter der Mulchschicht ein reiches Nahrungsangebot. Die Temperatur unter der Streu-schicht darunter ist ausgeglichener und. stellt einen wichtigen Schutzmantel für die Bodenlebewesen dar.
Aber auch ein Sommerbeet sollte nach der Bodenlockerung gemulcht werden. In dieser Streuschicht leben zahllose Tiere und Pilze, die für den Abbau des organi-schen Materials von Bedeutung sind. Die Mulchschicht ist eine ständige Nährstoffquelle für die Bodenlebewesen.
Asseln zersetzen die Blattreste, Regenwürmer und andere Bodentiere sorgen durch ihre Tätigkeit für die Bodenlockerung. Organisches Material wird so auf natürliche Weise eingearbeitet und abgebaut. Nährstoffe für die Pflanzen werden verfügbar gemacht und gehen in den Stoffkreislauf zurück.

Unter Mulchen versteht man das Bedecken des Beetes mit Pflanzenschnittresten.
Geeignetes Mulchmaterial:
Rasenschnitt - darf nur dünn und nicht zu feucht aufgetragen werden, damit er nicht fault.
Gemüseabfälle – besonders Blätter von Kohl, Salat, Rhabarber eignen sich gut.
Beinwellblätter - sind wegen ihres hohen Nährstoffgehaltes besonders gut geeignet,
Gründüngungspflanzen- werden abgeschnitten und bleiben auf dem Beet liegen. Bei den Le-guminosen (Lupine , Bohnen, Erbsen u.a.) bleiben die Wurzeln wegen der Stickstoffgehalts im Boden.
Grober Kompost- der noch gut die Feuchtigkeit zurückhält.
Zerkleinerter Heckenschnitt  aus jungen Trieben.
Rindenmulch und Gehölzhäcksel: ist geeignet Wege, Obst-, Beerenstrauchanlagen und Wege – aber wegen des Säuregehalts nicht gut für die Gemüsebeete und Blumenstauden,
Herbstlaub - bildet unter Hecken und Bäumen eine natürliche Mulchschicht.

Tipps zum Mulchen

Im zeitigen Frühjahr wird bei feuchten und schweren Böden die restliche Mulchschicht vom Winter ca. eine Woche vor der Aussaat entfernt, damit sich der Boden erwärmen und abtrocknen kann.

  1. Erst nach der Bodenerwärmung und Bepflanzung mit einer Pflanzenhöhe von ca. 10 cm wird erneut im Gemüsebeet mit dem Mulchen begonnen. Beim Aufbringen des Mulchmaterials dürfen keine Setzlinge oder Saatrillen abgedeckt werden.
  2. Grünes, saftiges Material antrocknen lassen und dann dünn auftragen, da sich sonst Schnecken ausbreiten können. Mulchschicht nach Bedarf immer wieder erneuern.
  3. Samentragende Pflanzen, Wurzelunkräuter wie z.B. Quecke oder Vogelmiere und kranke Pflanzenteile werden nicht zum Mulchen verwendet.
  4. Bei der Zersetzung von strohigem oder holzigem Material entziehen die Mikroorganismen dem Boden Stickstoff. Dieser Stickstoffverlust muss dann durch stickstoffhaltige Zusatzdüngung (z.B. Hornspäne) ergänzt werden.

Vorteile der Bodenbearbeitung

  • Verfestigter Boden wird gelockert.
  • Es gelangt Luft in den Boden.
  • Der Boden wird zerkrümelt.
  • Wasser kann besser aufgenommen werden.
  • Die Wasserkapillaren werden unterbrochen, der Boden verliert weniger Feuchtigkeit.
  • Der Boden wird vor Austrocknung und Verkrustung geschützt, Bodenerosion wird verhindert.
  • Unter einer Mulchschicht bleibt die Bodenfeuchtigkeit gleichmäßig erhalten.
  • Die Mulchschicht sorgt im Sommer wie im Winter für einen Temperaturausgleich.
  • Durch die rege Tätigkeit von Bodentieren und Mikroorganismen werden Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar.
  • Die Mulchschicht unterdrückt unerwünschte Kräuter.

GG-07_FB-Beetpflege.pdf

Düngen

Trotz Fruchtwechsel und Mischkultur muss auf einem Beet immer wieder gedüngt werden.
Kompost und Mulchmasse bringen zwar neue Nährstoffe in den Boden, aber trotzdem fehlen oft bestimmte Stoffe. So brauchen Pflanzen für eine gesunde Blattbildung Stickstoff. Über Gründüngung mit Leguminosen kann man gezielt Stickstoff für die Pflanzenernährung in den Boden bringen. Bohnen oder Lupinen haben in ihren Wurzeln symbiontische Knöllchenbakterien, die Luftstickstoff binden. Dieser Stickstoff kann von Pflanzen verwertet werden. Bei mineralischem Stickstoffdünger wird das wasserlösliche Nitrat schnell aus dem Boden ausgewaschen und gelangt dann in Flüsse und das Grundwasser. Ein weiterer guter Stickstoffspender ist das Hornmehl oder die länger verfügbaren Hornspäne.

Was ist der Boden?

Boden ist das mit Wasser, Luft und Lebewesen durchsetzte, unter dem Einfluss der Umweltfaktoren an der Erdoberfläche entstandene und im Ablauf der Zeit sich weiter entwickelnde Umwandlungsprodukt mineralischer und organischer Substanzen mit eigener morphologischer Organisation, das in der Lage ist. höheren Pflanzen als Standort zu dienen und die Lebensgrundlage für Tiere und Menschen bildet.
(nach HIRT, Bodenkunde in Stichworten)

Wie unterscheiden sich Böden?

Aus der vergleichenden Betrachtung verschiedener Bodenproben ergibt sich, dass sich Böden z.B. hinsichtlich folgender Merkmale unterscheiden:

-    Farbe
-    Zusammensetzung/Körnung
-    Feuchte
-    Geruch

Bodentyp:

Böden unterscheiden sich in ihrem vertikalen Aufbau, dem Bodenprofil. Bodenprofile, die eine Reihe ähnlicher Merkmale aufweisen, werden zusammengefasst zu einem Bodentyp. Beispiele für Bodentypen sind: Braunerde, Schwarzerde, Podsol, Gley etc. Bodentypen weisen im Profil charakteristische Horizontabfolgen auf.

Bodenhorizonte


Es gibt folgende Bodenhorizonte:
A-Horizont:  belebter, humoser an der Oberfläche gebildeter Horizont; selten über 30 cm mächtig (dick). „Oberboden“; „oberster Mineralbodenhorizont“.
B-Horizont:  dichter und fester als der A-Horizont, meist gelb oder braun; oft angereichert durch vom Regenwasser aus dem A-Horizont ausgewaschene Salze. „Unterboden“; „Anreicherungshorizont“.
C-Horizont:    Ausgangsmaterial, aus dem sich der Boden bildet. Diese Horizonte liegen bei den einzelnen Bodentypen in unterschiedlicher Mächtigkeit und in unterschiedlichen Abwandlungen vor.

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