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Pflanzenschutz - Schädliche und nützliche Insekten

Insekten können ebenso nützlich, wie lästig und schädlich sein. Wer Honig mag, mag auch Bienen. Sie bestäuben unsere Obstbäume und liefern Honig. Weniger beliebt sind Mücken, die an schönen Sommerabenden sehr lästig werden können. Richtig schädlich ist die Anopheles-Mücke, die den Malariaerreger überträgt und damit eine Erkrankung mit schweren Fieberschüben auslöst.
Ähnlich ist es im Garten. Die nützliche Biene haben wir schon erwähnt. Den Marienkäfer erfreut jedes Kind, oft wird er als Glückskäfer verschenkt. Dass er im Garten auch sehr nützlich ist und besonders seine Larven viele Blattläuse vertilgen, ist nicht allen bekannt. Das massenhafte Auftreten dieses kleinen, grünen Insekts, der Blattlaus, erfreut keinen Gärtner. Blattläuse werden oft von Ameisen gehütet und gepflegt, weil diese den Blattlaushonig lieben. Blattläuse saugen den Saft aus Pflanzen und scheiden dann einen sogenannten Honigtau aus.
Richtig schädlich für unsere jungen Gemüsekulturen ist das Auftreten der Drahtwürmer, die im Boden leben und Stängel, Wurzeln oder auch Sämereien fressen. Drahtwürmer sind die Larven der Schnellkäfer (z. B. Agriotes lineatus L.). Ihre Farbe ist gelb oder braun und ihren Namen haben sie wegen ihrer harten Hülle und  ihrer drahtähnlichen Gestalt und Härte. Auch die beliebten Schmetterlinge sind im Garten nicht immer willkommen. So fressen die Raupen des Kohlweißlings ganz schnell unsere Kohlpflanzen kahl.
Das Einschleppen des Kartoffelkäfers hat im 18. Jahrhundert in Irland sogar  zu einer großen Hungersnot geführt, in deren Folge viele Menschen nach Amerika auswanderten.

Durch die Planung einer Mischkultur und ökologisches Düngen haben wir schon viel für die Pflanzengesundheit und Verringerung von Schadinsekten getan. Trotzdem gibt es immer wieder Raupen- und Blattlausplagen, die unsere Freude am Gärtnern beeinträchtigen. Deshalb ist es gut, ein bisschen mehr über Insekten zu wissen.

  • Wie entwickeln sich Insekten?
  • Wovon leben sie? 
  • Welche Feinde haben sie?

Das sind Fragen, die man als guter Gärtner beantworten sollte, um ökologisch verantwortlich zu handeln.

Insekten durchlaufen meist 4 Entwicklungsstadien und verändern ihr Aussehen dabei vollständig. Zuerst werden Eier abgelegt. Daraus schlüpfen nach einiger Zeit die Larven. Larven sind beweglich und meist sehr gefrässig, weil sie ständig wachsen. Dann folgt eine unbewegliche Phase, die man Puppenstadium nennt. Als Puppe  sitzen sie völlig unbeweglich in einer Hülle und verandern sich darunter vollständig. Aus dieser Hülle schlüpft dann das erwachsene Insekt, das Imago. Im Arbeitsblatt erfährst du mehr über die Florfliege.

Suz-AB-Gartennützlinge

 

Popupaktionsregulation zwischen Blattlaus und Marienkäfer

Etliche Raubinsekten, wie Florfliegen und Marienkäfer, deren Larven besonders viele Blattläuse vertilgen, helfen beim ökologischen Gärtnern. Schutz und Nisthilfen für solche Insekten sichern das natürliche Gleichgewicht zwischen diesen Räubern und deren Beutetiere, während Gifteinsätze oft beide Populationen gleichermaßen verringern. Biologen kennen diese Gesetzmäßigkeit als Lotka-Volterra-Regeln. Wenn du dazu mehr wissen willst, kannst du sie überall nachlesen.

Übertragen auf unser Beispiel bedeuten es folgendes:

Je mehr Blattläuse es gibt, desto mehr Marienkäfer gibt es, da sie viel Nahrung haben und sich deshalb gut entwickeln können. Sinkt die Zahl der Blattläuse, verhungern auch mehr Marienkäferlarven. Ihre Zahl sinkt wieder. Räuber (Marienkäfer) und Beute (Blattlaus) befinden sich in einem natürlichen Gleichgewicht. Beide Populationen bewegen sich mit ihrer Individuenzahl um einen Mittelwert, wobei die Zahl der Beutetiere immer höher ist als die der Räuber.
Greift der Gärtner zu Giften, dann sterben sowohl Marienkäfer als auch Blattläuse und auch dir Florfliegenlarven (Blattlauslöwen) werden ausgerottet. In der Folge vergiften sich auch andere Blattlausvertilger wie Meisen. Danach erholen sich die Blattläuse viel schneller und vermehren sich stärker als ihre Feinde. Der Gärtner hat Giftreste im Garten und außerdem eine noch höhere Zahl von Blattläusen im Beet. Deshalb ist der Einsatz von Raubinsekten meist langfristig erfolgreicher.
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