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VON DER IDEE…      zu Michels Umwelt-Häuschen

Schon seit einigen Jahren hatten wir die Idee, unmittelbar am Rand unserer Gartenarbeitsfläche ein kleines Haus zu bauen, in dem die kleinen Handgeräte für die Arbeit an den Beeten der Kinder untergebracht werden können. Nun sollte das nicht irgendein hässlicher Schuppen werden, sondern es gab den aus dem schwedischen Vimmerby (Astrid Lindgrens Värld) inspirierten Plan, das Haus in einer kindgerechten Größenrelation zu bauen. So würden unsere kleinen Besucher sich bei uns wie die „Großen“ fühlen können.


Die Kinder von Bullerbü kannten noch nicht das Wort „Klimawandel“. Sie wuchsen in einer idyllischen und scheinbar sorgenfreien Umwelt im Süden Schwedens auf. Småland (übersetzt….“das kleine Land“) steht auch heute immer noch bei uns als Sinnbild für Wälder, Seen und unberührte Natur. Wenn wir genau hinschauen, dann entdecken wir aber auch schon in der Illustration zu Astrid Lindgrens Buch „Lustiges Bullerbü“ die Regensammeltonnen an den Hausecken. Und die Hausbauweise aus Holz, sowie die rostrote Farbe auf Leinölbasis sind andere Hinweise auf umweltgerechtes, nachhaltiges Denken und Handeln.

Auch unser Michelhäuschen unterliegt den Kriterien der Nachhaltigkeit und Umweltschonung. Beim Hausbau wurde auf die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen, wie Holz, Hanf und Kork geachtet. Als Anstrich wurde ein langlebiges und schadstoffarmes Schwedenrot, das sogenannte „Falu Rödfärg“ verwendet. Mithilfe der Firma Optigrün konnte auf dem Dach eine Dachbegrünung errichtet und etabliert werden. Das beeinflusst nicht nur das Kleinklima positiv, sondern bietet zudem weiteren Lebensraum für wärmeliebende Arten.

Alter, schwedischer Baustil…..moderne Umwelttechnik…

Gleichzeitig sollte das Häuschen aber ein kindgerechtes Anschauungsobjekt für Umwelt- und Klimaschutztechnik werden. Wir wollten versuchen an dem kleinen Haus moderne, umweltgerechte Lösungen für wesentliche regenerative Energieformen und nachhaltige Nutzungsformen zu zeigen. Das sollte realistisch, aber in kleinem Maßstab funktionieren und kindgerecht so aufbereitet werden, dass die Lösungen für Kinder nachvollziehbar und erfahrbaar werden. Dazu sollte ein Versuchsfeld geschaffen werden, an dem kleine Experimente rund um das Thema Energie und Umwelt geschaffen werden. Technik im kleinen Maßstab, für unsere kleinen Besucher nachvollziehbar und interaktiv nutzbar, durch eine umfangreiche Zahl von Versuchen und Experimenten. Das entspricht unserem Konzept der erfahrungs- und handlungsorientierten Umweltbildung. Geplant hatten wir folgende Demonstrationsanlagen direkt am Häuschen:

  • Photovoltaik (mit beispielhaften Anwendungen wie Beleuchtung,
  • Pumpen, evtl. Kühlschrank)
  •  Solarthermie (Erzeugung von warmem Wasser zum Putzen und
  • Waschen)
  •  Regenwassernutzung (Sammelbehälter, Mikro-Drip-Anlage…)
  •  Dachbegrünung in Zusammenarbeit mit der Fa. Optigrün
  •  Dämmung der Wände mit recyceltem Korkgranulat
  •  Windrad (neben dem Haus….)
  •  Grundwasserpumpe für Handbetrieb…
  •  Kompostierungsanlage (Thermokomposter und Gitterkomposter)
  •  Solarkocher

NACHHALTIGKEIT IN DER PRAXIS - PRINZIP SELBSTVERSORGUNG

Das Michelhäuschen und der anschließende Garten sind im Prinzip so angelegt, dass man sich dort größtenteils selbstversorgen könnte. Selbstversorgung ist eine sehr nachhaltige und umweltfreundliche Lebensform, die hier auf kleinem Maßstab verdeutlicht werden soll. Selbst wer kein riesiges Grundstück besitzt, kann im Kleinen etwas für die Umwelt tun. Die Prinzipien und Kreisläufe der nachhaltigen Verwertung von Rohstoffen und erneuerbaren Energien sollen hier einfach und verständlich weitervermittelt werden. Im Garten werden Obst und Gemüse angebaut. Gedüngt wird mit nährstoffreicher Erde aus dem Latten- oder Thermokomposter. Ein Wurmkomposter soll demnächst noch hinzukommen, um den Kita- und Schulklassen auf anschauliche Art und Weise den Prozess der Kompostierung zu verdeutlichen.  Das große Hochbeet wird im Frühjahr 2013 nach Art eines Terra preta - Beet gedüngt, um hier die besondere Funktion von Holzkohle in Verbindung mit Effektiven Mikroorganismen (EM) bei der Entstehung fruchtbarer Erde beobachten zu können. Dieses Verfahren zeigt in eindrucksvoller Weise das Recycling auf. 

Die Bewässerung erfolgt über eine sehr sparsame und zielgenaue Methode, über die Micro-Drip-Anlage. Das Wasser wiederum stammt aus dem Regenwasserauffangbecken, welches über den Abfluss vom Dach und über den direkten Niederschlag gespeist wird. Auf der Südseite des Daches befindet sich eine Warmwasseranlage (Solarthermie). Der dazugehörige Brauchwasserspeicher befindet sich im Michel-Haus. Kaltes Wasser aus der Leitung wird durch Sonnen-energie erwärmt und steht dann als Brauchwasser, z.B. für Kita- oder Schulklassen zum Händewaschen zur Verfügung. Die Leitung zu dem bereits vorhandenen Außenwaschbecken sollen schnellstmöglich gelegt werden.
Das genutzte Wasser-das Schmutzwasser soll nun wieder „gesäubert“ werden um es in den natürlichen Wasserkreislauf zurück zu führen. Hierfür steht neben dem Waschbecken eine Wurzelraumkläranlage. Über mehrere Stufen wird das Wasser mithilfe von besonders geeigneten Wasserpflanzen, wie z.B. Schilf (Phragmites australis) wieder geklärt. Über die Wetterstation können Langzeitmessungen durchgeführt werden und den Kindern kann der Zusammenhang zwischen Wetter und Pflanzenwachstum näher gebracht werden. Zur Selbstversorgung gehört aber natürlich auch die Erzeugung von eigenem Strom. Hierfür wurde aus zwei verschiedenen Energiequellen geschöpft. Zum einen ist hinter dem Haus auf einem kleinen Hügel ein Windrad errichtet worden und zum anderen gibt es verschiedene Solarmodule, die in ihrer Leistung und Nutzung vom kleinen bis zum großen Maßstab reichen. Auf dem Dach des Michel-Haus ist neben der Solarthermie-Anlage Platz für mehrere Solarmodule.  Die einzelnen Module sind vorhanden und sollen bald auf der Dachkonstruktion angebracht werden. Des Weiteren wurde eine mobile Solarkarre gebaut. Sie kann jederzeit verstellt und die Solarzelle je nach Sonnenstand in ihrem Winkel variiert werden. Über ein Kabel kann sie direkt an das jeweilige Gerät angeschlossen werden. Im Moment, solange das Solardach noch nicht angebracht ist, versorgt die Solarkarre den Ventilator des Solartrockners. Sobald die Sonne scheint läuft der 12-Volt Ventilator auf Hochtouren und das Trockengut (überschüssiges Obst, Gemüse und Kräuter aus dem Garten) bekommt die nötige Durchlüftung, das es zur Trocknung braucht. Kleine mobile Handgeräte eignen sich gut zum Vorführen mit Kita- und Schulklassen. Die erzeugte Energie kann direkt genutzt werden, um z.B. einen Handyakku aufzuladen oder eine Glühbirne zum Leuchten zu bringen.
Um einen Beitrag in Richtung Artenschutz und Biologischer Vielfalt zu leisten sind der Bau von Nisthilfen für Vögel und ein Fledermauskasten geplant. Ein selbstgebautes Insektenhotel befindet sich bereits im Garten des Michel-Hauses.  In den extra angelegten Hochbeeten ist Platz für Versuche zum Pflanzenwachstum und zur Keimung, sowie für Experimente zur Biodiversität und der Anpassung an den Klimawandel.

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