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Aktuelle Seite: StartseiteNatur erforschenDem Frühling auf der SpurPrimeltricks - Heterostylie

Mit einem Trick schützen sich die Primeln vor Selbstbestäubung

  Primelblüten haben 5 gelbe Kronblätter, die zu einer langen Kronröhre verwachsen sind. Diese Blüte steckt aus einer Hülle von grünen Kelchblättern. In der Kronröhre liegen die Staubblätter und die verwachsenen Fruchtblätter.
Tief am Boden der Blüte wird süßer Nektar produziert. Er lockt die Insekten zur Bestäubung an. Dafür kommen nur Hummeln und Falter in Frage, weil sie mit ihren langen Rüsseln auf dem Grund der Kronröhre gelangen. Dabei wird der Blütenstaub auf den Stempel übertragen.
Damit es nicht zur Selbstbestäubung durch Übertragung des Pollens auf die eigene Narbe kommt, haben die Primeln einen raffinierten Mechanismus entwickelt.
Sie besitzen zwei verschiedene Blütentypen. Der erste Typ hat einen langen Griffel mit kurzen, tief liegenden Staubblättern, der andere hat oben sitzende Staubblätter und einen kurzen Griffel mit einer tief sitzenden Narbe. Der Fachbegriff dazu ist Heterostylie Darunter versteht man das Vorkommen unterschiedlicher Blütentypen innerhalb einer Pflanzenart. Die Blüten unterscheiden sich dabei durch Länge des Griffels und der Staubblattpositionen.

 Heterostylie bei Primeln

   
• Staubblätter sind oben in der Kronröhre angewachsen
• Kurzer Griffel
• Grober Blütenstaub
• Feine Narbenoberfläche,
in der Mitte eingesenkt, mit kurzen Papillen
• Staubblätter sind unten in der Kronröhre angewachsen
• Langer Griffel
• Feiner Blütenstaub
• Grobe Narbenoberfläche,
kugelförmig, mit langen Papillen

So funktioniert die Bestäubung durch Hummeln

Eine Hummel wird von der leuchtend gelben Farbe der Kronblätter angelockt und landet auf der Blüte. Sie steckt den Kopf in die Kronröhre. Dabei wird ihr Kopf mit grobem Blütenstaub aus den oben in der Kronröhre angewachsenen Staubblättern beladen.

Die Hummel sucht weitere Primelblüten auf und landet auch auf einer langgriffeligen Blüte. Steckt  sie hier den Kopf in die Kronröhre, stößt sie an die oben liegende Narbe. Diese Narbe hat eine grobe Oberfläche und der der grobe Blütenstaub bleibt auf dihrer Oberfläche hängen. Diese Blüte ist nun mit fremdem Blütenstaub bestäubt!

Doch beim Versuch an den Nektar am Blütenboden zu kommen, berührt die Hummel mit dem Rüssel die unten in der Kronröhre sitzenden Staubblätter. Am unteren Teil des Rüssels bleibt feiner Blütenstaub haften. Nun hat die Hummel am Kopf groben Blütenstaub, unten am Rüssel feinen Blütenstaub.

Landet die Hummel jetzt auf einer kurzgriffeligen Blüte, gelangt beim Absenken des Rüssels zum Grund der Kronröhre feiner Blütenstaub auf die feine Narbenoberfläche. Die Blüte ist ebenfalls mit fremdem Blütenstaub bestäubt.

 

Falter kommen aufgrund ihres langen Saugrüssels ebenfalls als Bestäuber für Primeln in Frage.

 

 

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