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Typischer Aufbau einer Hecke

Hecken sind durch Sträucher und kleine Bäume geprägte Lebensräume (Biotope). Sie haben am Boden eine Breite zwischen 2 und 10 Metern und verlaufen durchgehend und linienförmig.
Je nach Höhe unterscheidet Nieder- und Hochhecken, sowie Baumhecken (Hagen). Baumhecken haben verschiedene Bereiche mit unterschiedlichen abiotischen Faktoren. Sie besitzen einen inneren schattigen und windgeschützten Bereich, die Kernzone genannt wird. Hier können auch Bäume wachsen, deren Kronen das Dach der Hecke bilden. Die Baumkronen sind dem Wind und der Sonne ausgesetzt. Die Temperaturen im Dach schwanken stärker als im Kernbereich. Beidseitig zur Kernzone schließt sich eine Mantelzone  aus niedrigen und hohen Sträuchern an. Ganz außen liegt die Saumzone. Sie besteht aus ein- und mehrjährigen krautigen Pflanzen und Gräsern. Dieser Saum ist u. a. durch Rainfarn, Echtes Johanniskraut und die Große Brennnessel charakterisiert. Die Südseite beherbergt wegen ihrer stärkeren Sonneneinstrahlung andere Pflanzen als die schattigere Nordseite. Hecken bilden also ein eigenes Mikroklima.
Hecken wirken sich weiterhin positiv auf das Kleinklima aus, indem sie nicht nur den Wind bremsen, sondern auch die Verdunstung mindern und die Taubildung fördern. Außerdem wirken sie ausgleichend auf die Temperatur. In der Kernzone von Hecken wird bis zu 15% mehr Feuchtigkeit gemessen. Hier ist es auch relativ windstill. Im Winter ist es wärmer, im Sommer einige Grad kühler als auf dem freien Feld.
Faltblatt-Lebensraum Hecke

Pflanzen der Hecke

Eine gut gepflanzte Hecke blüht vom Frühjahr bis in den Spätsommer. Ständig wird Nektar und Pollen suchenden Insekten Nahrung geboten.

Die unscheinbarsten Blüten sind dabei oft die nektarreichsten. Verschiedene Weidenarten und der Haselnuss-Strauch sind die ersten Pollenspendern. Sie versorgen viele Insektenarten, vor allem Honigbienen, mit Blütenstaub. Wild- und Honigbienen sind auf die Pollen der Weiden dringend angewiesen. Auch noch für eine Reihe weiterer Insektenarten, die aus der Winterruhe erwachen, bildet der Blütenstaub der männlichen Weidenkätzchen zunächst die nahezu einzige Nahrungsquelle. Andere ergiebige Blütenpflanzen fehlen um diese Jahreszeit noch weitgehend. Eine Ausnahme bildet die Kornelkirsche.

Typische einheimische Sträucher sind die allseits bekannten Vertreter der Rosaceen, wie die Heckenrose mit ihren Hagebutten, die Himbeere und die Brombeere. Weniger bekannt ist die Schlehe, der Weißdorn, die Eberesche (Vogelbeere) und die Mispel. Berberitze, Roter Hartriegel und Schwarze Holunder gehören auch zu den Heckenfrüchten, die für Mensch und Tier nahrhaft sind. Liguster, Pfaffenhütchen, Gemeiner Schneeball und die Waldrebe. sind dagegen für den Menschen ungenießbar oder sogar sehr giftig. 

Auf der Schattenseite der Hecke sind der Rote Holunder, die Heckenkirsche und der Faulbaum zu finden. Die Früchte reifen in der zweiten Jahreshälfte. Schlehen und Hagebutten hängen sogar bis in den Winter am Strauch. Sträucher und ihre Früchte sind Futter für viele Vögel und andere Tierarten. Vor allem das Fruchtfleisch der roten und schwarzen Beeren enthalten für Vögel wertvolle Nährstoffe. Die harten Samen werden wieder ausgeschieden. So, wie die Bienen für Bestäubung sorgen, übernehmen die Vögel die Samenverbreitung für die Heckengehölze.

Zu den in Baumhecken verbreiteten Laubbäumen gehören z. B. Eberesche, Feldahorn, Traubenkirsche, Hasel, Esche sowie Schwarz- und Grauerle.

Der Haselstrauch - Corylus avellana

Familie: Fagaceae
Die hängenden Kätzchen des Haselstrauchs habt ihr sicher schon einmal gesehen. Sie werden bereits im Herbst gebildet und öffnen sich im Frühjahr. Sie sind das Zeichen, dass der Vorfrühling begonnen hat.


Das erste Bild ist Mitte Februar aufgenommen worden. Die Kätzchen sind die männlichen Blüten. Sie setzen sich aus vielen Schüppchen zusammen unter denen die Staubgefäße verborgen sind. An jedem Staubblatt sitzen 2 Pollensäcke. Bei trockenem Wetter und  Wind werden die Pollen, das sind die männlichen Samen, Blüten davongetragen. Die Hasel gehört zu den Windbestäubern, d. h. wenn sich die Kätzchenblüte öffnet, trägt der Wind den Blütenstaub (Pollen) zu den weiblichen Blüten. Man muss aber schon sehr genau hinsehen, wenn man die weiblichen Blüten entdecken will.


An jüngeren Zweigen sitzen sie in mehreren, dachartig zusammengesetzten Hüllblättern. Daraus gucken feine, rote Fäden hervor. Das sind die Griffel, von denen je zwei zu einer Stempelblüte gehören. Die kleinen Fruchtknoten sitzen in einem Hüllblatt. Der Pollen setzt er sich auf der Narbe des Griffels fest. Ein Pollenschlauch wächst aus und die im Fruchtknoten sitzende Eizelle wird befruchtet. Die Zellen teilen sich und bilden im Herbst eine Nussfrucht.

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